Tanja und Thomas Frank vom Flair Hotel Vier Jahreszeiten in Bad Urach auf der Schwäbischen Alb

Warten auf die Wiedereröffnung

Der Valentinstag im Flair Hotel Vier Jahreszeiten

Der Valentinstag am 14. Februar spaltet jedes Jahr die Gemüter: von den einen als Tag der Liebe gefeiert, von den anderen als Kommerz abgetan. Aber nicht nur für Floristen ist dieser Tag einer der umsatzstärksten des ganzen Jahres, sondern auch für Gastronomen und Hoteliers. So auch für das Ehepaar Tanja und Thomas Frank, Inhaber des Flair Hotels Vier Jahreszeiten in Bad Urach. Während des Lockdowns ist es ihnen leider nicht möglich ihre Gäste persönlich zu verwöhnen, denn wie alle Branchenkollegen warten sie auf die Wiedereröffnung. Deshalb haben sie sich etwas ganz besonderes einfallen lassen: direkt auf der Website springt den Besuchern ein Pop-Up entgegen mit einem bestellbaren Dreigang-Menü zum Valentinstag, dem Valentinsschächtele.

 

Boxen zum Genießen aus Bad Urach

Bereits an Weihnachten hatte sich Familie Frank etwas einfallen lassen: Boxen zum Thema “Gans”. Die gegarten Speisen, so der gelernte Koch Thomas Frank, werden natürlich nicht selbst innerhalb Deutschlands ausgeliefert, sondern vakuumisoliert und mit Kühlakkus per Paket auf die Reise geschickt. Tatsächlich waren es im Winter 40 Boxen außerhalb der Region.

Für die Liebe und unsere Gäste lassen wir uns immer gern etwas einfallen

Familie Frank

Kein Stillstand im Flair Hotel Vier Jahreszeiten

Wie für das gesamte Hotel- und Gaststättengewerbe ist es auch für Familie Frank eine schwierige Zeit. Bereits seit 13 Wochen sind die Betriebe geschlossen und der Großteil wartet auf den Tag der Wiedereröffnung, und das mit lediglich einer Teilauszahlung der Novemberhilfe.

Zu normalen Zeiten beschäftigt das Flair Hotel Vier Jahreszeiten 20 – 25 Arbeitnehmer. Da das Hotel damit unter der Regelbelegschaft von 50 Personen liegt, kann Familie Frank mit einer Erstattung des Umsatzes in Höhe von 75 statt 70 Prozent rechnen. Die Beantragung ging sehr schnell, jedoch dauert die Bearbeitung nach wie vor: “Wir warten noch auf die Hälfte des Gesamtbetrags”, so Thomas Frank.

Kollegenaustausch innerhalb der Flair Hotels

Als eines von 42 Flair Hotels in Deutschland und Österreich haben die Franks stets engen Kontakt mit den Flair-Kollegen. Alle Flair Hotels sind familiengeführte Betriebe, einzigartig in ihrer Region und so gebietstechnisch so verteilt, dass sie sich nicht in die Quere kommen.

Bereits seit November 2020 tauschen sich die knapp 50 Hoteliers wöchentlich digital aus; so hat Thomas Frank erfahren, dass einige Betriebe vor kurzem die vollständige Auszahlung erhalten haben. “Die Vernetzung mit meinem Kollegen hilft sehr, da man Unklarheiten besprechen und sich gegenseitig Tipps geben kann.” Und tatsächlich kommt es hier auch zu gar unerwarteten Offenbarungen, wie es z.B. um die Kompetenz des eigenen Steuerberaters bestellt ist: “Die Regierung ist nicht an allem Schuld, manchmal hakt es ganz wo anders”, sagt Thomas Frank lächelnd.

Optimistisch bleiben und durchhalten

Die Hoffnung an Ostern öffnen zu können, daran glaubt man im Flair Hotel Vier Jahreszeiten nicht mehr. Dennoch bleiben Tanja und Thomas Frank optimistisch. Man sucht online aktuell nach einer Fachkraft für die Rezeption und nach einem oder einer Chef de Partie. Denn nur noch drei Mitarbeiter der alten Belegschaft sind geblieben, einige ehemalige Mitarbeiter versuchen ihr Glück nun in anderen Branchen. Familie Frank ist sich jedoch sicher: “Die Pandemie wird Folgen haben. Hierfür wird man jedoch von manchen Kollegen lediglich belächelt. Aber die Branche muss sich umstellen und wir haben bereits damit angefangen.”

 

Wandel in der Hotellerie

Das Flair Hotel Vier Jahreszeiten beherbergt normalerweise mehr als 50 Prozent Geschäftsreisende; viele davon werden jedoch nicht zurückkommen, da Konferenzen jetzt und auch zukünftig oft online stattfinden. Seit November 2020 haben nur 10 Gäste beruflich bei Franks übernachtet.  Und genau diesen Ausfall möchte man im Flair Hotel Vier Jahreszeiten mit Erholungsuchenden kompensieren.

Aus diesem Grund erweitert Familie Frank gerade die Rezeption und richtet eine neue Lobby ein. Und das alles mit mehr Platz, damit die Gäste nach der Pandemie Abstand halten und sich noch sicherer und wohler fühlen können. Denn nicht nur die Hoteliers sondern auch die Gäste warten auf eine baldige Wiedereröffnung.

Unsere Gäste sollen sich bei uns noch wohler fühlen

Tanja & Thomas Frank

Regionale Produkte im eigenen Onlineshop

Die Regionalität der eingesetzten Produkte ist im Flair Hotel Vier Jahreszeiten ein großes Thema. Deshalb ist Familie Frank jüngst eine Kooperation mit dem Biolandhof Bleiche der Bruderhaus Diakonie eingegangen. Und eben diese regionalen Produkte und Menüs werden im hauseigenen Onlineshop vermarktet. Dank Corona hat Thomas Frank nun endlich die Zeit gefunden diesen Onlineshop einzurichten, welchen er schon lange als Idee im Kopf hatte. Rentabel ist der Shop aktuell noch nicht ab, hierfür rechnet Thomas Frank noch mit zwei bis drei Jahren, bis eine Etablierung stattgefunden hat.

 

Warten auf die Wiedereröffnung

Mit den geringen Einkünften, staatlicher Hilfe und den Rücklagen könne man sich noch eine Weile halten. Das Flair Hotel Vier Jahreszeiten wird bereits in vierter Generation betrieben. Und man hat schon wesentlich Schlimmeres überstanden: während des 2. Weltkriegs ist das Haus im Februar 1945 bei einem Bombenangriff bis auf die Grundmauern abgebrannt. Da mit einer Öffnung zu Ostern höchstwahrscheinlich nicht zu rechnen ist, wartet das Betreiberpaar Frank nun auf die zweite Jahreszeit und freut sich bald wieder Gäste begrüßen zu dürfen.

Genießen Sie ein paar erholsame Tage im Flair Hotel Vier Jahreszeiten.